Blue Flower

Ich möchte einmal eine Lanze für Foto-Konzepte brechen. Meiner Meinung nach ist es ein guter Weg, sich und seine Fotografien weiter zu entwickeln, in dem man sich einige Gedanken über das macht, was man fotografieren möchte. Es ist der erste Schritt weg vom einfachen Knipsen zu künstlerischen Bildern.
Nicht dass ich etwas gegen Knipsen hätte. Ein UFO kann man nur knipsen. Was ich meine ist, zu eindrucksvollen, besonderen, kreativen Fotografien kommt man nur, wenn man eine Idee, ein Konzept hat. Das kann ein ganzheitliches Konzept sein oder, was ich persönlich besser finde, man „verliebt“ sich in eine Idee und setzt diese konsequent um. Konzept klingt so nach sturen Rahmen. Dem muss nicht so sein. Ich teste eine Idee mit einigen Fotos. Dabei erkenne ich sehr schnell, ob die Idee trägt, ob sie zu mir passt, ob ich mich dabei wohl fühle, ob sie technisch und organisatorisch umsetzbar ist. Und wenn ich meine Idee dann immer noch gut finde, mache ich mir einen Plan und fange an zu fotografieren. So zwinge ich mich, eine Idee bis zum Ende zu denken und zielgerecht umzusetzen. Und das Schöne dabei ist, je konsequenter man sich mit einer Idee (Motiv, Serie, Reportage usw.) auseinander setzt, umso tiefer taucht man in die Idee ein und findet immer neue Aspekte.
So sind zum Beispiel meine Projekte „Polavisons“ und Asphalts“ entstanden. Angefangen hat es bei „Polavisions“ mit Fotografien mit der Smartphone-App "hipstamatic“.
Ein befreundeter Fotograf zeigte mir eines Tages Fotos, die er mit der Smartphone-App Hipstamatic gemacht hatte. Es waren Fotos von Bäumen im Wald. Ich fand sie sehr stimmungsvoll und sie erinnerten mich an meine Kindheit.

Ich war angetan und wollte herausfinden, ob mir auch diese „Stimmungen“ gelingen.

Ich begann mit verschiedenen Motiven zu experimentieren.

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Schnell fand ich heraus, dass sich mit dem Fotomaterial viele verschiedene Ideen umsetzen lassen. Am Anfang stellte ich 6er-Bildserien zusammen. Sie konnten kleine Geschichten erzählen und Stimmungen transportieren.

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Das quadratische Format der Fotos ermöglichte es, die Fotos zu drehen und dabei interessante grafische Bilder in den 6er-Tableaus arrangieren. Und letztendlich ließen sich aus den verschiedenen Probeaufnahmen, filmähnliche Sequenzen zusammen stellen.

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Das alles war möglich, durch die intensive und zielgerichtete Arbeit mit der Idee, die stimmungsvollen, unperfekten Fotos aus der App "hipstamatic" zu kleinen Serien zusammen zustellen.

Einen anderen Ansatz hatte mein Projekt „asphaltus“. Eher nebenbei entdeckte ich Strukturen im Asphalt unter meinen Füßen. Vielleicht war es ein Zufall, dass gerade dieser erste Blick auf besonders schöne Strukturen fiel.

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Er regte jedenfalls an, wann immer es sich ergab, nach unten zuschauen und die Strukturen von Asphalt zu untersuchen. Da ich immer neue Bilder entdeckte, begann ich systematisch zu sammeln. Die Vielfalt der Fotografien ließen bei mir und anderen Betrachtern immer wieder die verschiedensten Assoziationen entstehen. Ich verzichtete daher auf Bildunterschriften sondern ergänzte die Fotografien durch Zitate. Das Ergebnis ist in meinem Projekt „asphaltus - Struktur und Assoziation“ festgehalten.

Für Deine Projekte empfehle ich Dir als Einstieg das Buch:

Harald Mante: Die Fotoserie - Besser fotografieren durch serielles Arbeiten (2.Auflage)

Und für fortgeschrittene Fotografen, die tiefer in die Materie einsteigen wollen, das folgende Buch:

Meike Fischer: Der Rote Faden - Eigene Fotoprojekte konzipieren und verwirklichen

Und im Januar 2016 beginnt ein neuer Workshop von mir, der sich über 5 Monate erstreckt und das Ziel hat, ein Fotoprojekt mit einer Präsentation abzuschliessen. Mehr Informationen >>>

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